Mein Sohn „tritt mir in den Hintern“
Vor kurzem saß ich mit meiner Freundin und meinem Sohn zusammen und lamentierte mal wieder darüber, dass ich mich so viele Dinge nicht traue und wie schwierig „einfach machen“ für mich ist.
Außerdem ließ ich mich noch über mein schlechtes Gewissen wegen der von meinem Sohn und seinem Cousin liebevoll und zeitaufwändig gestalteten Website aus, die sie quasi für mich erstellt haben um den Umbau unseres Getüms zum Wohnmobil und spätere Reisen damit zu dokumentieren. Wenn möglich mit Mehrwert für andere.
Irgendwann hatte ich gesagt, dass ich mir so etwas vorstellen kann und was machen die Jungs?
Sie setzen sich hin und „machen es einfach“.
Keine Überlegung was denken die anderen. Das wird doch sowieso schlecht. So was gibt´s doch schon eine Millionenmal. Wen, wen, wen interessiert das und kommen dann irgendwelche Anfeindungen, die ich nicht aushalte usw.
Da schwebte sie also irgendwo im Netz die Website und ich habe all diese blöden Gedanken und schiebe den Anfang vor mir her. Das alles habe ich (mal wieder) von mir gegeben und was sagt mein toller Sohn?
„Mach doch einfach 🙂 Du hattest schon so viele Möglichkeiten einen Text für die Seite zu schreiben: Wie wir zum Unimog gekommen sind z. B., wie wir eine Halle gefunden haben, wir die Vorgelege restaurieren, das Lenkgetriebe abdichten und irgendwann werden wir damit reisen und dann schreibst du darüber.“
So in etwa der Wortlaut und für den Fall, dass dies hier jemals jemand anderes als meine Freundin lesen sollte, für die ich diesen Text gerade probeweise verfasse: das Kind ist 11 Jahre alt. Soviel zu dem Thema: Mit Kindern wachsen und wer lernt hier von wem.
Und hier sitze ich also und mache den Versuch eines Anfangs. Den Versuch eines Anfangs auch meine Angst zu besiegen. Etwas in mir legt soviel Wert darauf was andere von mir denken, das hasse ich, das schränkt das Leben enorm ein, ist nervig.
Im übrigen, sollte jemand solche Gefühle kennen:
Sich einen LKW zuzulegen um ein Expeditionsmobil daraus zu erbauen, vielleicht auch noch vor der eigenen Haustür hilft definitiv nicht, dass die Leute freundlich über einen denken.
Hardcore-Crash-Kurs im Aushalten das Arschloch zu sein. Ist echt meine Schwachstelle.
Vielleicht probiere ich es aber mal mit dem Anfang mehr oder weniger. Ein Durcheinander wird es aber wahrscheinlich trotzdem, so bin ich wohl, wirr bevor es klar werden kann.
So wird das eine Selbstfindungs-, Angstüberwindungs-, Unimog-Ausbau-Reise-Seite???
Hm, das Etwas in mir schreit schon wieder. Komisch, das geht doch nicht, was soll das, nix Halbes und nix Ganzes und wem soll das was nützen: Scheiß drauf, echt halt die Klappe.
Gerade stand mein Sohn neben mir und als er merkte was ich schreibe kriegte ich ein Ständchen: „Applaus, Applaus für meine Mutter, das sieht gut aus, was du schreibst“ 😊
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